Freitag, 17. Oktober 2014

Die neue Kochbox von Marley Spoon

Bisher haben mich sämtliche Kochbox Test-Anfragen kalt gelassen. Wozu soll ich mir Lebensmittel einmal quer durchs Land schicken lassen, wenn ich sie auch hier direkt regional kaufen soll?

Bis Marley Spoon kam. Das neue Start-Up von Lieferheld.de Macher Fabian Siegel hat es dann doch geschafft, dass ich mal eine Kochbox testen wollte.

Woran das lag?  Sicherlich auch an der Optik - und an den durchaus ansprechenden und wunderbar in Szene gesetzten Gerichten.  Zum Glück wird ein Teil des angeblichen 1,5 Mio $ Kapitals hierfür verwendet.

Dazu kam die Aussage, dass die Zutaten direkt vom Erzeuger kommen. Marley Spoon sagt "Wir verbinden dich nur mit sorgfältig ausgewählten, ökologisch arbeitenden Lieferanten."

Doch ist wirklich alles so rosig?


Die Kochbox von Marley Spoon

Jede Woche gibt's bei Marley Spoon neue Kreationen. Ich hatte mir das Gericht Schweinefilet mit Speckmantel mit Paprikasugo und Thymian-Kartoffeln ausgesucht.

Im Gegensatz zu Foodblogger-Kollegen klappte bei mir die Lieferung ausgezeichnet - und auch zum Wunschzeitpunkt.

Das Paket kam gut gekühlt an - und isoliert durch Schafwolle. Eine prima Idee, die ich so bisher nicht gesehen hatte. Pluspunkt für die Nachhaltigkeit.




Beim Auspacken war ich leider etwas enttäuscht. Die ökologische und nachhaltige Schiene hätte ich mir etwas anders vorgestellt. 

Besonders im Sommer brauche ich keine frischen Kräuter aus Israel, wenn es sie auch hier gibt. Die Co2 Bilanz hat hier wohl niemand betrachtet. Und auch alle anderen Zutaten hatte keinerlei Kennung, die zeigt, dass es sich z.B. um Bio-Lebensmittel handelt. 

Schweinefilet mit Speckmantel mit Paprikasugo und Thymian-Kartoffeln

Mit den Lebensmitteln bekommt man ein optisch ansprechendes Rezeptblatt mit Step by Step Anleitung und den entsprechenden Bildern.  Hier gibt es zwar eine Info, in welcher Abfolge die Schritte umgesetzt werden sollen - aber besonders für weniger versierte Köche hätte man hier z.B. auch einen Zeitstrahl einbauen können, der entsprechend hilft.

Dazu gibt es ein wenig Geschichte, einen Weintipp und den Hinweis, die Gerichte mit dem Hashtag #marleyspooning auf Instagram, Twitter oder Facebook zu sharen. 

Alles super, bis auf den Rechtschreibfehler in der Überschrift - aber wir sind ja nicht päpstlicher als der Papst ;-)

Die Zubereitung

Bei der Zubereitung gab es gleich zu Beginn ein größeres Problem. Ich bekam Kartoffeln in unterschiedlicher Größe geliefert, auch riesige Brummer. Das ist schon mal ungeschickt, wenn man diese halbieren und im Ofen garen soll.
Die  Kartoffeln sollten bei 180 Grad gegart und halbiert nach 15 - 20 Minuten gar sein. Das funktioniert vorne und hinten nicht. Unter einer halben Stunde sind die kleineren Kartoffeln nicht gar - die großen Exemplare erst recht nicht. 

Das Ganze führt dann natürlich zu einer Kettenreaktion. 
Denn: hält man sich an die Abfolge, merkt man spätestens beim Herausholen der Kartoffeln, dass diese noch brauchen. 
Das Schweinefilet ist dann aber gerade richtig gegart - und auch der Paprika Sago wäre perfekt gewesen. 
Bedeutet: bis die Kartoffeln wirklich gar sind, ist alles weitere über den Punkt - im schlimmsten Fall trocken.

Bei der Zubereitung des Schweinefilets hat man schnell gesehen, dass sowohl Fleisch als auch Bacon von bester Qualität sind. 
Das Schweinefilet kann als Ganzes daher und musste noch pariert werden. Das war aber kein Problem. Leider gab es für die 6 Medaillons nur 5 Scheiben Speck, so dass improvisiert werden musste.


Und - man kann die Schweinefilets natürlich am besten in der Pfanne zubereiten, in der das Schweinefilet angebraten wurde. So nimmt man noch die Fleischsäfte mit.

Wie hat's geschmeckt?

Geschmacklich hat uns das Gericht ausgezeichnet geschmeckt. Das Fleisch war butterzart (ich hatte es wohlweislich schon etwas später angebraten, weil mir die 15 Minuten Kartoffel-Gare mehr als seltsam vorgekommen ist - und auch die Kartoffeln in Streifen geschnitten). Der Bacon war der absolute Hammer. Ist auf der Zunge zergangen. 
Paprikagemüse und Kartoffeln waren auch ok - aber nicht spektakulär. Aber alles zusammen eine schöne Kombination.

Fazit

Mir ist jetzt wirklich klar: ich werde auch künftig kein Kochboxen Typ. Warum?
  • Mir ist wichtig zu wissen, was ich esse - und woher die Zutaten kommen. Selbst wenn ich beim Discounter kaufe, weiss ich genau wo die Kartoffeln angebaut wurden, und ob sie Bio sind oder konventionell angebaut. 
  • Insgesamt kostet das Gericht je Person 12€.  Dazu kommen Versandkosten von 7,50€. Da ist deutlich mehr als bei den anderen Boxen. Dafür bekomme ich die Zutaten auch im Bio-Supermarkt eingekauft, inklusive Bio-Schweinefilet.  
  • Ich denke solche Boxen sind prima für Leute, die wenig Zeit zur Verfügung haben und vielleicht weniger kochroutiniert sind. Besonders dann muss die Anleitung wirklich zu 100% stimmen. Sonst kommt Frust auf - und die kurzzeitig entdeckte Lust am selbst Kochen ist vielleicht schnell wieder vorbei.

Auch wenn mir rein optisch Marley Spoon wirklich gut gefallen hat, bin ich nicht überzeug, dass das Ganze funktionieren wird.

Es handelt sich aktuell nur um eine weitere Kochbox mit nachhaltigem Touch - aber keinem Alleinstellungsmerkmal. Hierfür benötigt es wirklich noch mehr konsequent gelebten Öko und Bio Ansatz. Von dem ist leider nicht viel zu spüren - schade.


Die Box wurde mir von Marley Spoon zur Verfügung gestellt. Ich möchte herzlich bedanken, dass ich die Box testen durfte.

Freitag, 10. Oktober 2014

Dinkel Haferflocken Brot

Ich backe immer häufiger mit Dinkel Mehl. Es schmeckt uns ganz ausgezeichnet - und kürzlich gab es dann hier mein schnelles Haferflockenbrot aus reinem Dinkelmehl.

Einfach köstlich, das kann ich Euch sagen - und eine prima Alternative, wenn man mal ohne Sauerteig backen will.

dinkel haferflocken brot

Rezept Dinkel Haferflocken Brot


  • 1/2 Würfel Frischhefe in 
  • 375 ml Wasser (lauwarm) auflösen
  • 55 g Haferflocken und
  • 15 g Salz und
  • 300 g Dinkelmehl (Dinkel 630) und
  • 200 g Dinkelmehl (Dinkel 1050) dazu geben, kneten bis der Teig sich vom Boden löst
  • 1,5 h gehen lassen
  • Danach nochmals durchkneten und in vorbereitete Kastenform geben oder frei formen
  • Brot mit Haferblocken bestreuen
  • 20 Minuten gehen lassen
  • Backrohr auf 170 g Umluft vorheizen
  • Ca. 50 Minuten backen

Montag, 6. Oktober 2014

Kurzurlaub am Schliersee

Schon sind sie um - die schönen Tage am Schliersee. Nachdem wir aufgrund der Restaurant-Empfehlung von Cucina Casalinga letzten Herbst einen Tag an den Schliersee kamen, waren wir gleich hin und weg.



Einfach malerisch dieser See, die Gegend und die Berge. Und trotz Tourismus noch nicht so überlaufen, so mega-touristisch wie am Tegernsee. Die Leute waren unglaublich freundlich und zuvorkommend.

So war ziemlich schnell klar: dieses Jahr verbringen wir ein paar Tage Urlaub direkt am Schliersee.
Und es war einfach wunderbar.



Wir hatten eine tolle Ferienwohnung mit wahnsinnig tollem Blick auf den Schliersee und die umliegenden Berge. Von jedem Zimmer aus - sogar der Küche. Ich war eigentlich hauptsächlich damit beschäftigt aus dem Fenster zu schauen...

Und es gab einige tierische Mitbewohner, die einfach nur putzig waren ;-)



Ich werde Euch die kommenden Wochen immer mal wieder einige Reise Tipps für den Schliersee geben. Und natürlich gibt es jede Menge kulinarische Tipps! :-)



Freitag, 26. September 2014

Kochbuch Italien vegetarisch #iveg: Perfekte Saucenphysik - Tomatensauce Basisrezept

Ich gehöre wahrscheinlich auch weiterhin zu der seltenen Foodblogger-Spezies, die kein eigenes Kochbuch Zimmer besitzen. Meine Kochbücher sind überschaubar und die Anzahl hält sich in Grenzen. Es sind weniger als 100. Zum einen, weil ich radikal aussortiere - was monatelang ungenutzt rumsteht, wird weiter gegeben - und ich kaufe mir nur noch hochwertige Bücher.

Wobei sich die Kochbücher seit September 2012 doch nach und nach vermehrt haben. Denn damals erschien das erste vegetarische Kochbuch von der mir sehr geschätzten Wiener Foodjournalistin Katharina Seiser im Brandstätter Verlag: "Österreich vegetarisch". 
Es war Liebe auf den ersten Blick. In Sachen Optik. Und nicht nur das. Die Inhalte verzücken mich auch heute noch. Ich würde quasi sagen für viele "Grundrezepte" hat dieses Buch die üblichen Standardwerke verdrängt. Und ja, ich kombiniere die Gerichte auch gerne mal mit einem Stück Fleisch aus ordentlicher Aufzucht. Auch da gibt es für mich - wie für Katha - keine Kompromisse.

Und als 2013 "Deutschland vegetarisch" in Zusammenarbeit mit Stevan Paul erschien, war meine Begeisterung sehr groß - und ich wurde ebenfalls nicht enttäuscht. "Deutschland vegetarisch" ist ebenfalls eines der meist genutzten Kochbücher in meinem Bücherregal.

Italien vegetarisch brandstätter Verlag


Als die Ankündigung folgte, dass 2014 "Italien vegetarisch" mit Claudio Del Principe erscheinen würde, war klar. Es wird (beim Haus und Hof Buchhändler Osiander.de) vorbestellt. Unbesehen. Gesagt. Getan!

Übrigens genau wie die noch erscheinenden Bücher "Einer für alles" von Katharina Seiser und "Auf die Hand" von Stevan Paul. Ja man könnte sagen, was vom Brandstätter Verlag kommt und von diesen Personen geschaffen wurde, landet automatisch auf meinem Buchtisch. 

Italien vegetarisch


Um "Italien vegetarisch" zu Entdecken habe ich mir richtig viel Zeit genommen. Schon das erste Durchblättern war was ganz besonderes. Das besondere Papier, die wunderbaren Fotografien - und Rezepte, die ohne Schnickschnack daherkommen, haben mich sofort begeistert. Wie auch bei den "Buchgeschwistern" gefällt mir auch das Layout ganz ausgezeichnet. Klare Gestaltung, schöne Typo. Genau mein Fall.
Dazu gibt's sogar drei Lesezeichenbändchen in den Nationalfarben von Italien. Sehr praktisch und passend.

Inhaltlich ist "Italien vegetarisch" genau wie die "Buchgeschwister" aus Deutschland und Italien in die einzelnen Jahreszeiten aufgeteilt. Dazu gibt's noch Rezepte, die das ganze Jahr zubereitet werden können. 

Ich mag es aus dem Teller klar und schlicht. Kein Chichi, keine 327 Gewürzkomponenten. Und in "Italien vegetarisch" werde ich hier fündig.

Eine Tomatensauce, die nur aus guter Tomaten Passata, Olivenöl, Zwiebeln, Salz & Pfeffer besteht?
Muss ich testen. Und bin absolut begeistert. 
Da braucht es keinen Zucker, weder Chili, noch italienische Gewürzmischungen. 

Die exakte Menge macht es. Die richtige Zubereitung - probiert es aus!


Rezept Tomatensaucen Basisrezept "Italien vegetarisch"

Ganz wichtig: haltet Euch an die Mengenangaben. Ja die Olivenölmenge klingt erst mal ziemlich hoch. Aber glaubt mir, es muss genau so sein, damit die Sauce diesen unvergleichlichen Geschmack bekommt. Die Saucenphysik muss stimmen. Und Claudia Del Principe weiß was er tut.

Die Sauce wird auch nur so gut wie die Basiszutaten. Also greift zu Dosentomaten / Passata aus dem Glas - denn nur selten sind frische Tomaten wirklich so geschmacksintensiv. 

Und ganz wichtig: wirklich gute Qualität verwenden, ohne Zusatzstoffe und Gewürze. Ich hatte noch ein Glas hochwertige San Marzano Tomaten und ansonsten Passata aus dem Glas von "Mutti". Das muss nicht teuer sein - im italienischen Supermarkt kostete das Glas (700 ml) gerade mal 1,20€. Es ist aber keine Zitronensäure darin enthalten, wie sonst in den normalen Dosentomaten.




  • 1 Zwiebel (oder 1 Knoblauchzehe) schälen und fein würfeln - entweder oder: also entscheidet Euch für Zwiebeln oder Knoblauch - ich habe mich für die Zwiebel entschieden
  • 8 -10 EL Olivenöl (extra vergine) in einem Top erhitzen - darin die Zwiebel weich schmoren
  • 400 g / 400 ml passierte Tomaten dazu geben, zugedeckt aufkochen
  • 5 Minuten auf mittlerer Hitze kochen
  • 1 Tasse Wasser angießen, durchrühren
  • Ordentlich salzen (1 TL Meersalz), moderat pfeffern
  • Bei milder Hitze ca. 60 Minuten sanft köcheln lassen
  • Der Sugo ist fertig, wenn sich das Olivenöl deutlich auf der Oberfläche absetzt
Natürlich kann die Sauce zum Schluss noch mit frischem Basilikum aromatisiert werden. Oder mit 1 TL Tomatenmarkt intensiviert werden.

Ich selbst liebe sie heiss und innig genau so wie sie ist - ohne Schnickschnack.
Und habe nun schon das 3. Wochenende in Folge einen Topf auf dem Herd stehen, dessen Inhalt nach und nach verzehrt wird... mal pur, mal zu Pasta, als Lasagne Basis, auf die Pizza, zum Ofengemüse...

Dieses Rezept ist einfach genial. Danke dafür!


Rezeptquelle: Italien vegetarisch (Brandstätter Verlag) von Claudio Del Principe und Herausgeberin Katharina Seiser